Historia

eine kleine Geschichte des LateinHipHop

Es gab einmal Zeiten, in denen die meisten Lateiner allenfalls noch verträumt an die "Carmina Burana" oder gregorianische Gesänge dachten, wenn das Stichwort „Musik mit lateinischen Texten“ fiel. Das war damals.

Für viele Lateinlehrer und Schüler in Niedersachsen und dem Rest der Bundesrepublik ist es schon nichts Neues mehr, daß Latein auch "groovt", seitdem vielleicht auch in ihrem CD-Regal irgendwo eine Scheibe von ISTA steht. Seit über 12 Jahren stellt die (ehemals) Wilhelmshavener Band ISTA unter dem Motto "Latein goes HipHop" unter Beweis, daß die Sprache der alten Römer alles andere als tot ist.

Das Bandprojekt, das aus einer verrückten Idee des Lateingrundkurses an der Cäcilienschule Wilhelmshaven entstand, startete zunächst mit lateinischen Versionen bekannter deutscher HipHop-Songs, unter anderem mit der 94´er Premiere von "Ista?!?!", den meisten besser bekannt als "Die da?!?!" von den Fantastischen Vier oder etwa "Eveniat optime" / "Es wird ja alles wieder gut", im Original von der HipHop-Formation SpektaCoolär.

Mitte 2000 präsentierte ISTA dann eine neue Single, diesmal mit eigener Musikkomposition: "Odi et amo" ist eine moderne Interpretation der schönsten Dichtungen Catulls.

ISTA gab und gibt es aber auch live zu sehen, etwa im Sommer 2000 im Rahmenprogramm der Preisverleihung des Wettbewerbs "Alte Sprachen" in Gelsenkirchen vor knapp 700 Zuschauern oder im Juni 2001 in Bersenbrück im Kulturzentrum "Hasemühle" zusammen mit einer Rhythm and Blues-Band.

Spektakulär auch der Fernsehauftritt von ISTA im September 2001 in der Sendung „DAS!“ auf N3. Beim 2003er Auftritt in Brauweiler wurde auch erstmals die neue Single „Tu Romane“ live uraufgeführt, ein durchaus ernstgemeintes Stück über die Licht- und Schattenseiten der römischen Geschichte. Weitere Auftritte, etwa in Bayreuth 2003 oder zuletzt September 2005 in Duisburg versetzten die Freunde der lateinischen Sprache in Bewegung.

Ein Schreiber der FAZ kommentierte einmal, LateinHipHop werde sicherlich nicht die Absatzzahlen des US-Rappers Puff Daddy mindern. Recht hat er, aber wer will das schon.

Für ISTA steht in erster Linie der Spaß an der Sache im Vordergrund - Spaß am kreativen Umgang mit der Sprache Latein und Spaß am Musikmachen, und den wollen sie ein wenig Lehrern, Schülern und allen Interessierten weitervermitteln.

Daß ISTA damit voll im Trend liegen, zeigt besonders gut ein entsprechender aktueller Beitrag im ZDF heute journal: "Trendsprache Latein" eben.